Innere Blockaden durch Schreiben lösen und wieder freudvoll aktiv sein

Kennst du das Leere-Blatt-Syndrom? Man nennt es auch Schreibblockade! Für Schriftsteller*innen scheint es fast en vogue Schreib-Blockaden zu haben. Das gehört halt zur Exzentrik einer Künstlerin, mögen wir denken. Aber Blockaden können jeden treffen. Ob du beruflich viel schreibst, selbständig bist oder etwas Neues beginnst. Du startest voller Freude. Aber irgendwann fühlt es sich an, als ob du immer wieder gegen dieselbe Selle an der Wand rennst und den Ausweg nicht findest. Der Druck sitzt dir im Nacken. Die Nerven liegen blank. Du fühlst dich blockiert. Aber was ist eigentlich eine innere Blockade und warum taucht sie plötzlich auf. In diesem Artikel gehen wir diesen Fragen nach und du erfährst wie du durch Schreiben innere Blockaden lösen, dein System entspannen und wieder mit Freude aktiv sein kannst.

 

 

Innere Blockaden geben Zeichen

Die einen fangen voller Energie etwas Neues an und plötzlich ist die Luft raus. Andere haben eine tolle Idee und kriegen sie nicht umgesetzt. Wieder andere stehen vor einer Präsentation, einem Zoom-Call, Telefonat oder kurz vor dem Abschluss ihrer Doktorarbeit und plötzlich geht nichts mehr.

Wenn allein der Gedanke an eine bestimmte Situation Nervenflattern, Zittern, Schweißausbrüche, Angst, bis hin zu Panikattacken verursacht, dann will offensichtlich etwas in uns daran hindern.

Was aber, wenn der Zusammenhang nicht so deutlich ist? Wenn sich schleichend eine große Müdigkeit ausbreitet und wir immer lustloser und antriebsloser werden. Oder wenn wir psychosomatische Beschwerden haben, wie Verspannungen, Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, innere Unruhe, Herzrasen und Magen-Darm-Probleme. Selbst wenn wir ganz viel arbeiten und mega beschäftigt sind, kann es sein, dass wir der eigentlichen Situation ausweichen.

Denn all das können Anzeichen dafür sein, dass eine innere Blockade in uns aktiv geworden ist. Wir sollten daher aufmerksam sein, denn es muss einen guten Grund dafür geben, dass unser System so einen Aufwand betreibt, um uns von etwas abzuhalten.

 

Blockaden wollen uns erinnern

Jeder Erwachsene stößt in seinem Leben an die Grenze seiner Wohlfühlzone, auch bekannt als Komfortzone. Ein weiterer Schritt und der Mensch betritt „Neuland“. Er hat keine Ahnung davon, was ihn jetzt erwartet. Je nachdem wie groß der Schritt werden soll und wie der Mensch tickt, wird eine entsprechende Reaktion folgen. Auch wenn es irritierend ist, einer Blockade ist es völlig egal, ob du dich freiwillig für den Schritt entschieden hast oder nicht.

Eine innere Blockade ist ein Warnsignal. Wir können sie mit einer elektronischen Einparkhilfe vergleichen, die immer lauter und hektischer piepst, je weiter wir uns in die Gefahrenzone begeben. Die Botschaft lautet: Halt! Bis hierhin und nicht weiter! Andernfalls wird es Konsequenzen haben, die uns nicht gefallen werden. Es wird weh tun!!!

Diese innere Stimme oder Blockade taucht immer dann auf, wenn ein Punkt in uns ist berührt wird, der mit einer negativen Erfahrung verknüpft ist.

 

Wie innere Blockaden entstehen

Innere Blockaden entstehen durch Erfahrungen und Erlebnisse in unserer frühen Kindheit. Als Kinder wollen wir die Welt erkunden. Aber unbewusste Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen hindern uns oft daran. Aussagen wie: „Das schaffst du nicht.“, „Du kannst das nicht!“, „Mach mal schneller!“, „Reiß dich zusammen!“ „Stell dich nicht so an!“, prägen sich tief in unser Unterbewusstsein ein und wir glauben es. Warum auch nicht, es waren ja Mama oder Papa die es gesagt haben und die haben schließlich Recht. Oder?

Wie unsere Bezugspersonen mit uns umgehen und was sie uns vorleben, führt zu Überzeugungen über das Leben, die Welt, über uns, andere Menschen und Beziehungen. Die meisten von uns kennen ihre Glaubenssätze. Die mächtigen Überzeugungen dahinter, die aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins wirken, kennen wir meist nicht. Viele Menschen gehen mit der tiefen Überzeugung durch ihr Leben: „Ich habe kein Glück verdient!“ oder „Ich genüge nicht!“ oder „Ich bin ein Versager!“. Daraus entstehen ganze Glaubenskonzepte, die unser Leben massiv beeinflussen.

Wenn Kinder Situationen erleben, die alltägliche Erfahrungen und Belastungen weit übersteigen und die sie weder bewältigen, noch verarbeiten können, erfahren sie eine Traumatisierung. Kinder fühlen sich derartigen Geschehnissen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert und erleben Todesangst. Um psychisch „stabil“ zu bleiben, verdrängt unsere Psyche Teile des Geschehens und spaltet Anteile ab. So ist das Kind in der Lage sich anzupassen und zu funktionieren. Da ein Kind auf seine Bezugspersonen angewiesen ist, wird auf diese Weise sein Überleben gesichert.

Diese eigentlich geniale Fähigkeit unserer Psyche hat Folgen, die unser Leben als Erwachsene stark beeinträchtigen und zu großem Leid führen können.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Erlebnisse und Lebenserfahrungen. So hat auch jeder Mensch seine eigenen Blockaden. Aber auch wenn Blockaden individuell sind, so haben sie doch alle eines gemeinsam. Auch wenn es auf den ersten Anschein nicht so aussieht:

 

 

Selbständigkeit ein Turbo zur Persönlichkeitsentwicklung

Vor meiner Selbständigkeit habe ich davon gelesen oder gehört: „Selbständigkeit wirkt wie ein Turbo in Sachen Persönlichkeitsentwicklung“. Da habe ich geschmunzelt und gedacht: „Naja, so wild wird es schon nicht werden!“ Das Leben hat mich schnell eines Besseren belehrt. Seit ich als freie Texterin, Autorin und Schreibcoach unterwegs bin, stoße ich regelmäßig auf meine Lebens-Themen.

Ich bin neugierig und schnell begeisterungsfähig. Wenn etwas mein Interesse geweckt hat, bin ich Feuer und Flamme und voller Energie. Im Laufe der Zeit fühle ich mich immer kraftloser und muss mich regelrecht an den Schreibtisch zwingen. Ich habe gelernt, dass ich diszipliniert und fleißig sein muss, wenn ich etwas erreichen will! Das möchte ich natürlich, denn ich möchte von meinem Business leben. Also stürze ich mich verstärkt auf die Aufgaben die mich weniger Kraft kosten, verdränge die mahnenden Stimmen in mir und wurstele weiter. Aber irgendwann funktioniert auch das nicht mehr und ich flüchte in den Schlaf und Heile-Welt-Serien. Dabei wird mein Nervenkostüm immer dünner und ich könnte bei jeder Gelegenheit weinen.

Da ich mich relativ gut kenne, weiß ich inzwischen, ob mein System „nur“ eine kleine Auszeit braucht oder ob da eine fette innere Blockade schreit. Aber manchmal übersehe ich die Warnzeichen zu lange. Dann verstärken sich die Symptome. Und als ob das nicht schon ausreichen würde, stellen sich dann auch noch Scham und Schuldgefühle ein.

Vielleicht erkennst du dich in meiner Beschreibung wieder, vielleicht reagierst du auch ganz anders.

Für uns alle gilt:

Jeder hat innere Blockaden!

Das ist kein Grund sich zu schämen oder zu glauben, du hast dich nur nicht genug angestrengt!

 

Warum wir uns inneren Blockaden zuwenden sollten:

  • Blockaden zu unterdrücken braucht viel Energie. Diese fehlt uns in unserem Leben.
  • Auch wenn die Anzeichen anfangs kaum wahrnehmbar sind, im Laufe der Zeit steigern sie sich wie eine Kaskade und können zu Burnout und schweren Krankheiten führen.
  • Wenn wir Situationen meiden, weil sie unangenehm sind oder wir Angst davor haben, beschränken wir uns selbst. Dadurch hindern wir uns daran unser Potential zu entfalten und ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen.
  • Indem wir uns inneren Blockaden stellen, erfahren wir uns als selbst wirksam. Das stärkt unseren Selbstwert und unser Selbstvertrauen.
  • Wir gewinnen Kreativität, Lebendigkeit und

Wenn du also nicht gerade auf einer 100 Meter hohen Felsenklippe stehst und in das tosende Meer unter dir springen willst und auch sonst keine reale Gefahr für Leib und Leben besteht, ist es an der Zeit die Reise in dein Inneres anzutreten.

 

Mit Journaling der Blockade auf den Grund kommen

Wir erinnern uns: Als wir ein Kind waren haben inneren Anteile (Blockaden) uns vor Gefahren gewarnt und unser Überleben gesichert. Damals haben sie uns geholfen und gedient. Dafür dürfen wir dankbar sein.

Angesichts des Leides und der unangenehmen Gefühle die Blockaden verursachen, dankbar zu sein, mag manchen etwas zynisch vorkommen. Denn mal ehrlich, am liebsten würden wir diese Blockaden und Ängste und all den Mist sofort weghaben wollen. Simsalabim und Sternenstaub und weg ist das Zeugs und wir leben glücklich und unbeschwert.

So einfach geht es meiner Erfahrung nach leider nicht. Denn wir sollen hinsehen und wahrnehmen was in uns nach Aufmerksamkeit ruft. Am besten gelingt uns das mit der inneren Haltung, dass wir nichts „weg machen“ wollen. Alles darf sein, wie es ist.

Neugierig forschen wir danach, was sich zeigen will. Dabei hilft uns eine Schreibmethode, die sich Journaling nennt. Dabei stellen wir uns eine Frage und schreiben alles auf, was dazu aus uns herausfließt. Am besten gelingt das, wenn wir mit der Hand schreiben, da wir so besser mit unserem Unterbewusstsein verbunden sind.

Vielleicht hast du bereits eine Frage in dir, dann nimm diese. Oder du versuchst es mit einer der folgenden Beispiel-Fragen:

  • Was will mir die Blockade sagen?
  • Was hindert mich daran den nächsten Schritt zu tun?
  • Welche Denk- und Verhaltensmuster hindern mich?
  • Welche Glaubenssätze hindern mich daran in meine volle Kraft zu gehen?
  • Was hindert mich daran mich zu zeigen oder sichtbar zu sein?

 

Und so geht es:

  1. Bevor du loslegst atme zwei- der dreimal tief EIN und AUS.
  2. Vielleicht möchtest du dich vorher noch etwas strecken oder durchschütteln oder tanzen.
  3. Dann nimm dir ein leeres Blatt Papier und einen Stift.
  4. Schreib die Frage oben auf das Blatt.
  5. Stell dir den Timer auf 15 min. und schreibe ALLES auf was kommt. 15 min. sind ein guter Zeitrahmen, weil unser System natürlich alles versuchen wird uns vom Eigentlichen abzuhalten.
  6. Zensiere und bewerte deine Gedanken nicht. Bring sie einfach auf Papier.
  7. Wenn der Schreibfluss ins Stocken gerät, hilft es zu schreiben: „Ich weiß nicht was ich schreiben soll.“ Solange, bis es wieder weiter geht.
  8. Ein innerliches JA zu diesem Prozess ist ebenfalls hilfreich.
  9. Es fühlt sich komisch an? Schreib trotzdem weiter!

 

Was passiert beim Schreiben?

Beim Schreiben zapfen wir unser Unterbewusstsein an. Wir stoßen auf einschränkende Gedanken und Einstellungen, auf Gefühle vor denen wir Angst haben, frühere Erlebnisse, Erfahrungen und auf Glaubenssätze.

 

 

Wenn ein Glaubenssatz, eine Einstellung oder Meinung uns daran hindert uns frei zu entfalten, dann sollten wir ihn ehrlich hinterfragen. Glauben wir es wirklich oder haben wir nur etwas übernommen, was uns gesagt worden ist?

Eine einfache Methode dies heraus zu finden ist „The Work“ von Katie Byron. Mittels Fragen können Menschen Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster identifizieren, die sie an einem erfüllten und glücklichen Leben hindern. Alles Informationen dazu findest du auf der Website https://thework.com/sites/de/

Im besten Fall entspannen sich unsere inneren Blockaden und wir fühlen uns bereit für den nächsten Schritt. Vielleicht zeigt sich der nächste Schritt sogar beim Schreiben. Wenn nicht, könnten wir es durch ein weiteres Journaling erfragen. „Was ist der nächste Schritt?“ auf ein Papier schreiben und los geht es. Oder wir laden die Lösung ein. Dann sollten wir aufmerksam sein und darauf vertrauen, dass wir sie in uns tragen.

Es kann durchaus sein, dass wir beim Schreiben tiefen Überzeugungen in uns auf die Spur kommen. Je weniger Kontrolle unser Verstand im Schreibprozess ausüben kann, desto mehr wird unser Unterbewusstsein preisgeben. Es lohnt sich nach diesen Überzeugungen zu forschen. Sie sind ein Schlüssel für mehr Leichtigkeit und Freude im Leben.

WARNUNG: Wenn eine tiefe Überzeugung in unser Bewusstsein dringt, kann es sehr schmerzvoll werden. Diese Überzeugungen haben eine große energetische Ladung, was heftiges Weinen und weitere körperlichen Reaktionen, wie Unwohlsein, Zittern usw. auslösen kann. Wer derartige Reaktionen bei sich feststellst, sollte sich unbedingt professionelle Hilfe suchen. Insbesondere, wenn eine Traumatisierung besteht oder zu vermuten ist. Dann ist traumasensible therapeutische Unterstützung notwendig.

Für alle gilt: sich Hilfe zu holen ist keine Schande! Wir müssen nicht alles alleine machen! Wer erkennt, dass er Hilfe braucht und sich Hilfe sucht handelt verantwortlich, ist liebevoll zu sich und zeigt große Stärke!

 

Fazit

Jeder hat innere Blockaden. Sie zeigen sich, wenn wir unsere Wohlfühl- oder Komfortzone verlassen wollen oder müssen. Sie tauchen auf, um uns vor Gefahren zu warnen. Blockaden sind Glaubenssätze und tiefe Überzeugungen, die in unserer frühen Kindheit im Umgang mit unseren Beziehungspersonen entstanden sind. Als Kinder waren sie lebensnotwenig, doch im Erwachsenenleben hindern sie uns daran ein erfülltes und freudvolles Leben zu führen. Schreibtechniken helfen uns Blockaden aufzuspüren und zu hinterfragen. Wenn notwendig sollten wir uns Hilfe suchen. So lösen wir innere Blockaden und können uns auf den Weg machen unser Potential zu entfalten.

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